Warum überhaupt umbauen
Ich habe den P1P Anfang 2023 gekauft, direkt nach der Ankündigung, für 799 Euro. Vorher hatte ich mir andere Geräte angesehen, unter anderem den Viper und ein paar Resin-Drucker, und einige Berichte gelesen.
Der P1P ist offen. Für PLA und PETG reicht das völlig. Sobald man aber ASA oder ABS drucken will, führt kein Weg an einer Einhausung vorbei: Diese Materialien reagieren empfindlich auf Zugluft und ziehen sich beim Abkühlen zusammen. Genau dahin wollte ich, also wurde umgebaut.
Wie lange der Umbau dauert
Bei mir waren es drei bis vier Stunden. Der Drucker war neu, ich hatte damals keinerlei Erfahrung damit. Wer öfter schraubt, ist deutlich schneller.
Der unangenehmste Teil war der Tausch der Steuereinheit. Mit großen Händen in dem engen Gehäuse zu hantieren ist fummelig, und an der Stelle war ich froh, mir Zeit gelassen zu haben. Kaputtgehen kann dabei nichts, wenn man nicht hektisch wird — aber plane einen halben Nachmittag ein und nicht eine Stunde zwischendurch.
Was sich danach wirklich geändert hat
Die Materialvielfalt war der Grund und ist der offensichtliche Gewinn. ASA, ABS und PC laufen seitdem wesentlich besser. Technische Filamente sind kein Thema mehr, das man umgeht.
Die Geruchsbelästigung ist deutlich geringer — durch den Kohlefilter. Das hatte ich vorher überhaupt nicht auf dem Schirm. Wer den Drucker im Wohnbereich stehen hat, merkt diesen Unterschied womöglich stärker als den bei den leichten Materialien wie PLA.
Kabelführung und Kabelkette sorgen für spürbar weniger Gefummel im Alltag. Klingt nach einer Nebensache, ist aber angenehm — und es sieht schlicht aufgeräumter aus.
Warum ich den Umbau heute niemandem mehr empfehle
Als ich umgebaut habe, gab es den P1S noch nicht. Das Kit oder ein Gehäuse selber drucken waren die einzigen Wege zum geschlossenen Gehäuse. Diese Zeit ist vorbei, und zwar gleich doppelt.
Die Produktion des P1P wurde Anfang 2026 eingestellt. Bambu Lab hat dazu klare Fristen genannt: Funktions-Updates mindestens fünf Jahre ab Release, also bis etwa 2028. Sicherheitspatches mindestens sieben Jahre, bis etwa 2030. Ersatzteile bis mindestens Februar 2031. Das ist ein fairer Abschied — aber wer heute einen P1P kauft, um ihn umzubauen, investiert in ein Gerät mit bekanntem Ablaufdatum.
Auch der P1S ist nicht mehr das aktuelle Modell. Er kam im Sommer 2023, seit Oktober 2025 gibt es mit dem P2S einen Nachfolger.
Sinnvoll bleibt das Kit damit für genau eine Gruppe: wer bereits einen P1P besitzt und an die Materialgrenze stößt. Dann ist der Umbau günstiger als ein neues Gerät, und die Ersatzteilversorgung reicht noch Jahre. Für alle anderen ist es ein Umweg.
Und wenn du ohnehin nur PLA und PETG druckst: Dann brauchst du die Einhausung gar nicht.
Was ich heute kaufen würde
Mit dem, was ich inzwischen weiß, würde ich mir die H2-Reihe ansehen: den H2D als größeres Gerät mit dem größeren Druckbett, oder den X2D als kompaktere und günstigere Variante.
Ein Ratschlag unabhängig vom Modell: Nimm das AMS gleich mit. Am Anfang denkt man, man drucke ohnehin nur einfarbig. Der Punkt, an dem man mehr will, kommt schneller, als man glaubt.
Für die Lasereinheit habe ich persönlich keinen Verwendungszweck. Meine Frau hat allerdings davon gelesen und sofort Ideen entwickelt, was man damit machen könnte — insofern wird der nächste vermutlich doch einer mit Laser.
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- News, Tutorials und Community — Foren und Kanäle, in denen solche Umbauten diskutiert werden Quelle: Bambu Lab zum Produktionsende des P1P